
Immobilienmakler in Montenegro 2026: Was hat sich geändert?
9. September 2026Der Immobilienmarkt in Montenegro war lange vergleichsweise wenig reguliert. Besonders für ausländische Käufer war nicht immer leicht zu erkennen, ob sie mit einer professionellen Agentur oder einem privaten Vermittler zusammenarbeiten. Das ändert sich. Das Gesetz über die Vermittlung beim Verkauf und bei der Vermietung von Immobilien – Zakon o posredovanju u prometu i zakupu nepokretnosti – führt ein neues System mit Vermittlerregister, Fachprüfung, Berufshaftpflichtversicherung und klareren Regeln für die Zusammenarbeit mit Kunden ein. Das Gesetz wurde 2025 eingeführt, 2026 begann die praktische Umsetzung der neuen Struktur. Das Vermittlerregister Ein zentraler Bestandteil ist der Registar posrednika , das Register der Immobilienvermittler. Im September 2026 veröffentlichte das Wirtschaftsministerium das Registrierungsverfahren. Eine eingetragene Firma allein reicht nicht aus. Vermittler müssen die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen und Nachweise über das Unternehmen sowie die berufliche Qualifikation der zuständigen Makler vorlegen. Für Käufer entsteht damit eine offizielle Kontrollmöglichkeit. Eine professionelle Website, viele Angebote oder eine starke Präsenz in sozialen Medien beweisen noch nicht den rechtlichen Status einer Agentur. Fachprüfung und Versicherung Das neue System sieht eine Fachprüfung – stručni ispit – mit schriftlichem und mündlichem Teil vor. Damit soll ein Mindeststandard für Personen geschaffen werden, die Immobilientransaktionen professionell begleiten. Zusätzlich ist eine Berufshaftpflichtversicherung erforderlich. Die Mindestdeckung beträgt 20.000 Euro pro Versicherungsfall und insgesamt 60.000 Euro innerhalb eines Versicherungsjahres . Die Versicherung garantiert nicht, dass jedes Problem mit einer Immobilie ersetzt wird. Sie macht jedoch einen wichtigen Unterschied deutlich: Professionelle Vermittlung bedeutet nicht nur Provision, sondern auch Verantwortung. Vermittlungsvertrag und Immobilienwerbung Vor einer Transaktion sollte klar sein, welche Leistungen die Agentur erbringt, wie hoch die Provision ist, wer sie bezahlt und wann sie fällig wird. Auch die Immobilienwerbung soll transparenter werden. Bisher konnte dasselbe Objekt bei mehreren Vermittlern mit unterschiedlichen Preisen oder Angaben erscheinen. Die neuen Regeln stärken die Verbindung zwischen der Vermarktung einer Immobilie und der Berechtigung des Vermittlers, sie anzubieten. Was sollten Käufer prüfen? Vor einer Anzahlung sollte geklärt werden: Ist der Vermittler ordnungsgemäß registriert? Wer betreut die Transaktion und verfügt über die erforderliche Qualifikation? Besteht eine Berufshaftpflichtversicherung? Wie sind Provision und Vermittlungsvertrag geregelt? Welche Unterlagen werden geprüft, bevor Geld gezahlt wird? Dabei bleibt eine wichtige Grenze: Die Registrierung einer Agentur ersetzt nicht die rechtliche Prüfung der Immobilie. Eigentumsverhältnisse, Katasterdaten, Belastungen und Dokumentation müssen weiterhin kontrolliert werden. Bei Neubauten kommt der rechtliche Status des Projekts hinzu. Die sinnvolle Reihenfolge lautet daher: Zuerst den Vermittler prüfen – danach die Immobilie selbst. Montenegro entwickelt seinen Immobilienmarkt damit schrittweise zu einem stärker regulierten professionellen System. Für Agenturen bedeutet das zusätzliche Anforderungen. Käufer erhalten dafür mehr Transparenz und eine weitere Schutzebene vor einer wichtigen Immobilientransaktion.
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